Seemannsgarn

Freitag, 29. Juli, 23:30 
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Wenn man im tiefen Emmental aufwächst, dann ist wohl weniges weiter entfernt als das Meer. Trotzdem hat das Salzwasser für vier Männer als grosse Inspirationsquelle gedient. Mit Seemannsgarn tourt eine Band durch das Land, die nicht nur weltoffen, sondern auch abgeklärt klingt. Auffallend ist die Sprache. So singen Kobe und Phil in Mundart und öffnen Grenzen zu der typischen Schweizer Musik.

 

Oft ist man bei Genres so an den englischen Gesang gewohnt, dass alles andere unpassend oder schräg erscheint. Seemannsgarn umgehen diese Hürde, indem sie nicht nur Wortwahl, sondern auch Intonation dem Klangbild anpassen und die Sätze sich somit perfekt zwischen Melodie und Schlagzeuggepolter einpassen. Klischees werden dabei nicht wiederholt, wenn auch viele Gitarrenspuren bekannt klingen. So denkt man gerne mal an Rise Against oder Bands mit Collegerock-Einschlag. Die Songs handeln von Liebe, aktuellen Weltproblemen, Hoffnung, dem Kampf für das Recht oder Schicksalsschlägen im Leben. Natürlich so verpackt, dass man schon nach kurzer Zeit mitsingen kann, mit oder ohne Bier.

Seemannsgarn bieten mit „Dr Wäg ads Meer“ ein Album, das von Grösse zeugt – eine Eigenschaft die in der Schweizer Musikszene oft fehlt. Doch wieso sollte man sich immer in Zurückhaltung üben, wenn man auch mit offenen Armen auf die Leute zugehen kann? Gerade Bewohner der ländlichen Regionen sollten sich dies zu Herzen nehmen und die Band als Vorbild ansehen. …Mundartrock mit Punk, wieso eigentlich nicht?»